Hedy Lamarr – Von Wien zur Traumfabrik

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Sie raubte als Delilah Samsons Haare und somit seine Kraft, sie versetzte in Ekstase 1933 die Welt in Aufregung und ohne ihre Beteiligung wäre moderne Telekommunikation nicht möglich – Hedy Lamarr – der „schönsten Frau im Filmbusiness“, wie die Medien sie einst beschrieben. Doch blieb sie trotz ihres Erfolgs in den goldenen Jahren Hollywoods ihrer Heimat Österreich treu.

Den Grundstein für ihre kometenhafte Schauspielkarriere legte sie in Österreich und Deutschland. Bereits in ihrem dritten Film belegte die 1914 in Wien als Tochter eines Bankdirektors und einer Pianistin geborene Hedwig Eva Maria Kiesler eine Hauptrolle neben Heinz Rühmann und Hans Moser. Ihren eigentlichen filmischen Durchbruch schaffte sie jedoch mit  „Ekstase“ („Symphonie der Liebe“) von 1933. Der Film war ein Skandal: Nicht nur wegen der ersten Nacktszene der Filmgeschichte, sondern auch wegen einer anderen Szene, worin nur das sexuell erregte Gesicht der Hauptdarstellerin sichtbar war.

Flucht aus Österreich

Im selben Jahr heiratete die junge Schauspielerin den reichen österreichischen Waffenfabrikanten und Nazi-Sympathisanten Fritz Mandl. Aufgrund seines herrschsüchtigen Wesens und seinen Verbindungen zum nationalsozialistischen Deutschland floh sie 1937 unter abenteuerlichen Umständen zuerst nach Paris und dann nach London. Dort fand sie Zugang zum internationalen Filmgeschäft und wurde von Erfolgsproduzent Louis B. Mayer entdeckt und für MGM unter Vertrag genommen.

Durch ihre blendende Schönheit und Kamerapräsenz erarbeitete sie sich in den USA unter neuem Namen schnell einen nahezu legendären Ruf, der noch bis heute nachhallt. Zu den bekanntesten Filmen dieser Epoche zählen etwa „Tortilla Flat“ von 1942 und „Samson und Delilah“ von 1949. In den kommenden Jahren nahmen die Engagements jedoch stark ab. Ihren Lebensabend verbrachte Lamarr in einem anonymen Vorort von Florida. Teile ihrer Asche wurden nach ihren Wünschen im Wienerwald verstreut.

hedy_lamarr_flickr_pashashaErfinderin von Weltruhm

Unsterblich wurde Lamarr jedoch nicht nur durch ihre Filme: Stattdessen entwickelte sie zusammen mit dem Komponisten George Antheil das so genannte „frequency hopping“, das 1942 patentiert wurde. Dieser automatische Frequenzwechsel sollte ursprünglich die Fernsteuerung von Torpedos sichern helfen. Die amerikanische Marine nutzte dieses System zwar nicht, jedoch ist es heute eine der fundamentalen Grundlagen für die moderne Mobilkommunikation. Um ihre Arbeit zu würdigen, wird jährlich der europäische Tag der Erfinder an ihrem Geburtstag, dem 9. November gefeiert.

(Beildquelle: spleeney / flickr.com, pashasha / flickr.com)

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