Franz Liszt – vom Wunderkind zum Klaviervirtuosen

Österreich ist ein Land der klassischen Musik. Dies ist auf jeden Fall das Ergebnis, wenn Menschen nach der Kulturlandschaft der Alpenrepublik gefragt werden. Dabei schwebt natürlich ein Name über allen: Wolfgang Amadeus Mozart. Dass sich in seinem ikonischen Schatten jedoch eine Reihe anderer, ebenso wichtiger und vielfältiger Komponisten finden, wird dabei meist vergessen. Sich auch diesen Musikern zu widmen lohnt sich jedoch allemal – besonders, wenn es sich um so einen kreativen und vielseitig talentierten Musiker wie Franz Liszt handelt.

Franz Liszt
Der 1811 im damals ungarischen Raiding geborene Musiker gilt auch heute noch als einer der größten Klaviervirtuosen und produktivsten Komponisten der Vergangenheit. Schon in sehr jungen Jahren erntete er den Ruf, ein musikalisches Wunderkind zu sein. So brachte er sich mit sieben Jahren das Notenlesen- und Schreiben selber bei und trat mit neun zum ersten Mal öffentlich als Pianist auf. Sein Vater nahm daraufhin die Erziehung des jungen Liszt in die Hand und ließ ihn von prominenten Lehrern wie etwa in Wien von Carl Czerny oder Antonio Salieri ausbilden.

Ein herausragender Komponist

Durch seine Konzerte wurde Liszt rasch berühmt und frenetisch gelobt. Jedoch basierte seine Berühmtheit anfangs vor allem auf seinen herausragenden Qualitäten als Pianist, während die ersten eigenen Kompositionen nicht so positiv aufgenommen wurden. Dies änderte sich jedoch stark über die Jahre, was sich auch in der großen Anzahl seiner Kompositionen zeigt: So nennt eine Zählung ganze 702 Werke. Der Umfang ist so groß, dass bis heute wohl noch keine Gesamtausgabe erschienen ist. Darüber hinaus schrieb Liszt eine Reihe von Schriften, darunter Essays, Reiseberichte, eine Chopin-Biographie und Briefwechsel beispielsweise mit Richard Wagner und Hans von Bülow.

Mit seinem sehr kräftigen und unorthodoxen Klavierspiel revolutionierte Liszt auch die Spieltechnik und den Klavierbau seiner Zeit. So war der Musiker berüchtigt dafür, Pianos durch sein dynamisches Spiel zu beschädigen. Die Wiener Pianomanufaktur Bösendorfer berichtet deshalb mit Stolz, dass es vor allem ihre Instrumente spielte, da sie seinem sehr robusten Spiel standhielten.

Franz Liszt

Ein einflussreicher Musiker

Über die Jahre verfestigte sich der Ruf Liszts als exzellenter Pianist und Komponist. Darüber hinaus war er als angesehener Dirigent, Opernaufführer und Musiklehrer bekannt. So setzte er sich beispielsweise früh für Richard Wagner ein, der später Liszts Tochter Cosima heiratete. Als Pädagoge hatte er starken Einfluss auf solch namenhafte Künstler wie etwa Hans von Bülow, Franz Bendel und Karl Klindworth. Seinen Lebensabend verbrachte der Ausnahmekünstler weiter als Komponist, Musikpädagoge und Dirigent. 1886 verstarb Franz Liszt in Bayreuth, während er die Wagner-Festspiele besuchte.

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