Fasching in Österreich- das Imster Schemenlaufen

In Imst im Tiroler Land findet dieses Jahr – nach dreijähriger Pause- das von vielen lang erwartete traditionelle Schemenlaufen statt. Mystisch geht es zu, wenn die Teilnehmer des farbenfrohen Fastnachtsumzuges in skurril anmutende Masken und aufwendig gearbeitete Gewänder gekleidet, durch die Imster Innenstadt prozessieren. Mit lautem Geschrei, Tanz und Musik wird dabei das Ende des Winters und der Einzug des Frühlings zelebriert.

Obwohl beim Schemenlaufen sowohl weibliche als auch männliche Figuren dargestellt werden, stecken unter den kunstvoll geschnitzten Masken lediglich Männer- die Frauen sind, laut altem Brauchtum, für die Gestaltung der Gewänder zuständig. Während des Umzuges, der immer am Sonntag vor Fastnachtsdonnerstag stattfindet, regelt eine bestimmte Abfolge das Auftreten der traditionellen Figuren.

Von Kübelmajen bis zu Vogelhändlern- Abfolge des Umzuges

Im Mittelpunkt stehen die Roller und Scheller, die jeweils ein Paar bilden und in einem aufeinanderbezogenen anmutigen Tanz, dem „Gangl“, vorwärts ziehen. Diese karikierend tanzen dahinter die Laggeroller und Laggescheller, die den Gangl auf behäbige Art und Weise nachahmen. Den Hauptmasken voraus laufen Sackner, Spritzer und Kübelmajen, den Weg durch die Publikumsmenge ebnend. Die Sackner halten die Gasse durch Schläge auf einen mit Stoff bezogenen Sack frei, die Spritzer sorgen mit langen Wasserschläuchen, dass zu neugierige Zuschauer nasse Füße bekommen. Im Schlussfeld ziehen die Hexen zu disharmonischen Klängen tanzend, angeführt werden sie von der Hexenmutter. Weitere Figuren sind die Kaminer, Vogelhändler, Korbweiber und die Bärenbande mit ihren Treibern.

Dem Umzug folgend ziehen die in monatelanger Vorarbeit gestalteten Fastnachtswagen, die thematisch auf Imst und seine Geschichte bezogen sind durch die Straßen. Zur Schlusszeremonie versammelt sich die Menge dann kurz vor 18 Uhr auf dem Stadtplatz um bei lautem Glockengeläut und Hochprozentigem die Demaskierung der Figuren zu feiern.

Schemenlaufen ist heute Weltkulturerbe

Der Faschingsbrauch der auf eine über Jahrhunderte gewachsene Tradition zurückblicken kann, wurde von der Unesco 2010 zum Immateriellen Weltkulturerbe Österreichs deklariert. Rund 15.000 Zuschauer beobachten üblicherweise das alle 4 Jahre stattfindende bunte Treiben, das vielen als die eindrucksvollste Fastnacht in Österreich in Erinnerung bleibt.

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