Christoph Waltz

2009_dezember_christoph_waltzSpätestens seit seiner bereits jetzt legendären Performance als „Judenjäger“ Hans Landa in Quentin Tarantinos Weltkriegs-Reißer Inglourious Basterds ist er in aller Munde: Die Rede ist natürlich von Christoph Waltz, einem der angesehensten und doch bis vor kurzem weitgehend namenlosen Gesichter Österreichs. In dem Film spielt er den eigentlichen Hauptdarsteller Brad Pitt leicht mit einer ironischen Lässigkeit an die Wand und gilt seitdem als neuer Stern am Kinohimmel. Dabei markierte der Darstellerpreis der 62. Filmfestspielen in Cannes, den der Künstler für seine Performance erhielt, nur das I-Tüpfelchen einer langen, erfolgreichen Karriere in Fernsehen, Kino und auf der Bühne.

Den Grundstein für seine späteren Erfolge legte Waltz in Wien, wo er eine klassische Theaterausbildung am renommierten Max-Reinhardt-Seminar erhielt. Danach zog es ihn in die USA an Lees Strasbergs Actors Studio in New York. Dort, wo vor ihm schon Schauspiel-Größen wie Marlon Brando, Paul Newman und Al Pacino ihr Handwerkszeug lernten, erarbeitete sich der junge Schauspieler seinen Feinschliff. Etwaigen Hollywood-Ambitionen verpasste sein Agent jedoch einen Dämpfer: Wolle er denn als deutschsprachiger Schauspieler sein Leben lang durch den Hintergrund laufen und „Heil Hitler!“ schreien? Er wollte nicht – und kehrte nach Europa zurück.

Facettenreich in der Flimmerkiste

Seine Kinokarriere brauchte jedoch einige Anlaufzeit. Nach Amerika war er deshalb vor allem auf Bühnen und im deutschsprachigen Fernsehen zu sehen: Egal ob „Tatort“, „Derrick“ oder „der Alte“ – Waltz spielte auf und machte durch seine facettenreichen und feinfühlig interpretierten Charaktere Eindruck. So ist es kein Wunder, dass auch seine größten Erfolge der pre-Basterds-Ära Fernsehproduktionen waren, wie etwa seine Darstellung von Roy Black in der Fernsehbiografie „Du bist nicht allein – die Roy Black Story“ oder eines Entführers und Millionenerpressers in „Tanz mit dem Teufel – die Oetker-Entführung“.

Nach dem Erfolg von Inglourious Basterds ist Waltz endlich vollends im Kino angekommen. Manch einer erwarten nun, dass er sich Hollywood verschreibt. Dies sei jedoch abzuwarten, auch weil es jedes Drehbuch nach Tarantino schwer haben wird. Den Stimmen der Kritiker und Fans nach zu urteilen, stehen dem Österreicher aber nun auf jeden Fall alle Türen auf die große Leinwand offen.

(Bildquelle: exlibrispics / photobucket.com)

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